- Hintergrundwissen
Social Marketing
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Ungefähr seit
1970 wird diskutiert, inwieweit betriebswirtschaftliche
Marketingansätze auch auf soziale Einrichtungen übertragbar
sind. Nach den ersten theoretischen Überlegungen prägten
insbesondere die Arbeiten des amerikanischen
Wirtschaftswissenschaftlers Philip Kotler (Kotler, Roberto
„Social Marketing“ Düsseldorf, Wien u. New York
1991) und des deutschen Professors für Marketing Manfred
Bruhn (Bruhn, Tilmes „Social Marketing“ Stuttgart,
Berlin u. Köln 1994) die Auseinandersetzung zu diesem
Thema.
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Neben dem
ursprünglich verwendeten Begriff „Social Marketing“
gibt es inzwischen zahlreiche weitere Wortschöpfungen
„Sozialmarketing, Sozio-Marketing, Non-Profit-Marketing
und Non-Business-Marketing“, die jeweils im Sinne des
Benutzers unterschiedlich definiert und für die
verschiedensten Marketingaktivitäten im weitesten Sinne
sozialer Organisationen verwendet werden.
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Folgt man den
Veröffentlichungen zu diesem Thema sind für die
Organisationen, die Social Marketing betreiben, im Wesentlichen
zwei Aspekte kennzeichnend:
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1. die mangelnde
Absicht Gewinn zu erzielen und stattdessen
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2. die Absicht
soziale (gemeinnützige) Ziele zu erreichen.
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Zu diesen
Organisationen zählen grundsätzlich die
Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband,
Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Rotes
Kreuz, Zentralwohlfahrtsstelle für Juden in Deutschland),
Entwicklungshilfeorganisationen (Amnesty international, Brot für
die Welt, Deutsche Welthungerhilfe, UNO-Flüchtlingshilfe,
Unesco, Kindernothilfe, Misereor), Gesundheitseinrichtungen wie
z. B. Krankenhäuser, Umweltschutzinitiativen (Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland, Greenpeace, Naturschutzbund
Deutschland, Robin Wood, World Wildlife Fund), Bildungsanbieter
wie z. B. Schulen und Universitäten, aber auch Vereine,
Verbände, Genossenschaften und Parteien.
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Einzelne dieser
Institutionen verstanden Social Marketing anfangs ausschließlich
als Methode um Einstellungs- und Verhaltensänderungen
innerhalb der Gesellschaft zu initiieren (Gib Aids keine Chance
– Kondome schützen, Keine Macht den Drogen). Später
wurde Social Marketing darüber hinaus als Mittel des
Fundraising entdeckt, dessen Sinn und Zweck sich darauf
reduziert, sich möglichst umfangreiche, finanzielle
Unterstützung für die eigenen Projekte zu sichern. Im
Hinblick darauf ist es bezeichnend, dass die
Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing in den Deutschen
Fundraising Verband umbenannt wurde. Gleichzeitig wurde
verächtlich auf Unternehmen geblickt, die nach dem Motto
„Tue Gutes und rede darüber“ mit sozialen
Aktivitäten gezielt ihr Image aufpolieren und jeder Versuch
auch nur ansatzweise betriebswirtschaftliches Denken auf soziale
Institutionen zu übertragen im Keim erstickt.
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- Heute
gilt Social Marketing aufgrund zunehmender wirtschaftlicher
Zwänge als notwendiges Übel zur Erschliessung neuer
Finanzierungsquellen, welches nur akzeptiert wird, weil die
staatlichen Förderungen zurückgehen.
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Die eigentlichen
Chancen von Marketingansätzen im sozialen Bereich, d. h.
durch die Umsetzung eines umfassenden Marketingkonzeptes
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die
Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Organisation zu steigern
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das Image der
Institution zu verbessern
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die Auslastung der
vorhandenen Kapazitäten zu forcieren
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das eigene
Leistungsangebot zu optimieren
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die
Kundenzufriedenheit zu erhöhen
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die Zukunft der
Einrichtung zu sichern
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wurden und werden
nicht erkannt.
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Die Gründe
dafür sind ausgesprochen vielfältig.
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Einer der
Hauptgründe ist die mangelnde Bereitschaft die Arbeit am
Kundennutzen auszurichten. Viele der o. g. Organisationen
betreiben manipulatives Marketing, indem sie versuchen Märkte
aktiv im Sinne ihrer eigenen Überzeugungen zu gestalten
ohne die Erfordernis zu erkennen sich an den Markt anzupassen.
Zwar gibt es z. B. im Gesundheitsbereich die freie Arzt- und
Krankenhauswahl und damit Konkurrenzdruck, aber der Patient gilt
nicht als gleichberechtigter Partner. Und wird schon gar nicht
als jemand akzeptiert, der Bedürfnisse äußert
und Forderungen aufstellt. Noch immer ist die Überzeugung
weit verbreitet, dass der Patient im Grunde dankbar sein muss,
dass er eine medizinische Behandlung erhält. Dass er selbst
diese Versorgung mit seinen Krankenkassenbeiträgen
finanziert, führen sich dabei die wenigsten vor Augen.
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Ein anderer
entscheidender Grund ist die unterschwellige Ablehnung von
Transparenz, begründet durch die Angst vor der
Überprüfbarkeit der eigenen Leistung und einem daraus
resultierenden Rechtfertigungszwang. Geradezu beispielhaft
lassen sich entsprechende Verschleierungstaktiken einzelner
Mitarbeiter in Weiterbildungseinrichtungen beobachten, wo
kritische Beiträge aus den allgegenwärtigen
Meckerkästen, die sie selbst betreffen, von ihnen
regelmässig und systematisch vernichtet werden.
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Weitere Gründe
sind die Organisationsstrukturen (Bsp.: Hierarchie im
Krankenhaus), mangelndes Know how (z. B. im Pädagogikstudium
werden nicht einmal BWL-Grundkenntnisse vermittelt) und nicht
zuletzt das Schwarz-Weiß-Schubladendenken, was die
Kommerzialisierung einer Organisation betrifft.
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zum Inhaltsverzeichnis
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Einstiegstexte:
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Überblick:
Social Marketing (PDF),
Hintergrundwissen
Social Marketing,
Wissenswertes
zum Fundraising,
Glossar
der Fachbegriffe
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5-
Punkte-Konzept des Social Marketing:
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Profil
erarbeiten,
Ziele
definieren,
Maßnahmen
planen,
Konzept
umsetzen,
Erfolg
überprüfen
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Praxisbeispiele:
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Image-Flyer,
Homepage,
Programmheft,
Plakat
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Checklisten:
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Adressen-Datenbank,
Briefing
(Designer),
Controlling,
Mailing
(Werbebrief, Spendenbrief),
Marktforschung,
Pressemitteilung,
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